Tonerpulver & Nachfülllösungen
Wer mit losem Tonerpulver arbeitet, sollte die Hinweise des jeweiligen Herstellers und die notwendigen Schutzmaßnahmen besonders sorgfältig beachten.

Laserdrucker stehen seit Jahren im Verdacht, Tonerstaub, Feinstaub und ultrafeine Partikel in die Raumluft abzugeben. Doch was davon ist wissenschaftlich belegt – und wie groß ist das Gesundheitsrisiko im Büro oder Homeoffice tatsächlich? Wir haben den aktuellen Stand von Arbeitsschutz und Forschung zusammengefasst.
Aktualisiert: August 2026 · Fachlicher Stand: BAuA, DGUV/IFA und Blauer Engel
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kommt in ihrer aktuellen Bewertung zu einem beruhigenden Ergebnis: An Büroarbeitsplätzen wird der für die Beurteilung relevante allgemeine Staubgrenzwert deutlich unterschritten – nach Angaben der BAuA ungefähr um den Faktor 100.
Auch das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) weist darauf hin, dass Laserdrucker und Kopierer im normalen Betrieb keine relevanten Mengen an Stäuben und Gasen freisetzen. Besonders emissionsarme Geräte werden zusätzlich im Rahmen von Umweltzeichen wie dem Blauen Engel geprüft.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Laserdrucker völlig emissionsfrei sind. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen messbaren Emissionen und einer tatsächlich nachgewiesenen gesundheitlich relevanten Belastung.
Beim Laserdruck wird Tonerpulver zunächst elektrostatisch auf eine Bildtrommel übertragen und anschließend auf das Papier gebracht. In der Fixiereinheit wird das Tonerbild bei hoher Temperatur dauerhaft mit dem Papier verbunden.
Während dieses Prozesses können unterschiedliche Stoffe freigesetzt werden:
Bei modernen Geräten spielt Ozon heute meist nur noch eine geringe Rolle. Nach Angaben des IFA arbeiten zahlreiche aktuelle Drucker und Kopierer mit ozonfreier oder sehr emissionsarmer Technik.
Auch das verwendete Papier beeinflusst die Emissionen. Da das Papier während der Fixierung kurzzeitig stark erwärmt wird, können Bestandteile des Papiers beziehungsweise daraus freigesetzte Stoffe zum gesamten Emissionsprofil beitragen.
Hier entsteht häufig ein Missverständnis: Ultrafeine Partikel aus einem Laserdrucker sind nicht automatisch Tonerstaub.
Untersuchungen zeigen, dass ein großer Teil der ultrafeinen Partikel erst während des Druckprozesses entsteht. Durch die hohe Temperatur in der Fixiereinheit können flüchtige und halbflüchtige Stoffe verdampfen und anschließend zu sehr kleinen Partikeln kondensieren.
Das IFA konnte bei modernen, nach entsprechenden Umweltkriterien geprüften Laserdruckern im normalen Betrieb keinen relevanten Tonerstaub nachweisen. Toner, Papier und Drucker bilden dabei ein Gesamtsystem – deshalb lässt sich die Höhe der Emissionen nicht allein anhand der verwendeten Tonerkartusche beurteilen.
Dass Laserdrucker Partikel freisetzen können, ist gut belegt. Wesentlich schwieriger ist die Frage, ob die Konzentrationen unter normalen Nutzungsbedingungen tatsächlich Erkrankungen verursachen.
Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass die übliche Nutzung moderner Laserdrucker an Büroarbeitsplätzen ein relevantes Gesundheitsrisiko verursacht.
Die BAuA weist darauf hin, dass der allgemeine Staubgrenzwert an Büroarbeitsplätzen deutlich unterschritten wird. Auch Untersuchungen des IFA kommen zu dem Ergebnis, dass moderne emissionsgeprüfte Laserdrucker nur sehr geringe Stoffmengen freisetzen.
Berichte über Beschwerden wie gereizte Atemwege, Husten, Kopfschmerzen oder Unwohlsein sollten deshalb nicht automatisch auf „Tonerstaub“ zurückgeführt werden. In Innenräumen können zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen – beispielsweise Lüftung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, andere Emissionsquellen oder die allgemeine Raumluftqualität.
Das bedeutet gleichzeitig nicht, dass Beschwerden ignoriert werden sollten. Treten Symptome regelmäßig am Arbeitsplatz auf, sollte die Ursache systematisch geprüft werden – gegebenenfalls gemeinsam mit Betriebsarzt, Arbeitsmedizin oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Auch wenn bei normaler Nutzung kein Grund zur Sorge besteht, lassen sich mögliche Belastungen mit einfachen Maßnahmen weiter reduzieren.
Bei einer Neuanschaffung lohnt sich der Blick auf geprüfte emissionsarme Geräte. Das Umweltzeichen Blauer Engel berücksichtigt unter anderem Emissionen von Staub, flüchtigen organischen Stoffen, Ozon sowie feinen und ultrafeinen Partikeln.
Für aktuell ausgezeichnete Bürogeräte gilt die Vergabegrundlage DE-UZ 219. Seit 2026 existiert mit DE-UZ 239 bereits die nächste Generation der Kriterien; entsprechende Anträge können ab 2027 gestellt werden.
Ein einzelner Arbeitsplatzdrucker mit normalem Druckaufkommen muss nicht grundsätzlich in einen eigenen Raum verbannt werden.
Anders sieht es bei stark genutzten Gruppen- oder Abteilungsdruckern aus. Hier empfehlen Arbeitsschutzstellen möglichst einen gut belüfteten separaten Druckerbereich.
Im normalen Betrieb befindet sich das Tonerpulver in einem weitgehend geschlossenen Kartuschensystem. Eine höhere direkte Exposition kann dagegen entstehen, wenn eine Kartusche beschädigt ist, Toner verschüttet wird oder mit losem Tonerpulver gearbeitet wird.
Kartuschen deshalb vorsichtig wechseln und darauf achten, dass kein Pulver austritt. Beschädigte oder undichte Kartuschen sollten nicht weiterverwendet werden.
Die Emissionen eines Laserdruckers hängen nicht nur vom Toner ab. Auch Gerätetechnik, Fixiertemperatur, Papier, Druckmodus und Nutzungsintensität spielen eine Rolle.
Eine pauschale Aussage wie „Originaltoner ist emissionsarm“ oder „kompatibler Toner verursacht mehr Feinstaub“ lässt sich deshalb nicht seriös auf alle Geräte übertragen. Entscheidend sind saubere Verarbeitung, Eignung für das jeweilige Gerät und – sofern vorhanden – nachvollziehbare Prüfungen und Herstellerangaben.
Nachrüstbare Feinstaubfilter werden häufig als einfache Lösung gegen Druckeremissionen angeboten. Ganz so eindeutig ist ihre Wirkung jedoch nicht.
Filter können an bestimmten Ventilationsöffnungen einen Teil der austretenden Partikel zurückhalten. Das Problem: Ein Laserdrucker besitzt mehrere Öffnungen. Nach Untersuchungen des IFA kann insbesondere auch das Papierausgabefach eine relevante Quelle von Partikelemissionen sein – und dort lässt sich ein Filter normalerweise nicht anbringen.
Das Umweltbundesamt und das IFA bewerten Nachrüstfilter deshalb zurückhaltend: Ihre Wirksamkeit hängt vom konkreten Drucker, der Luftführung und dem verwendeten Filtersystem ab.
Der normale Wechsel einer geschlossenen Tonerkartusche ist nicht mit dem Umgang mit offenem Tonerpulver gleichzusetzen. Beim Nachfüllen, bei Reparaturen oder bei einem größeren Toneraustritt kann die direkte Belastung deutlich höher sein.
Deshalb gilt:
Gerät Toner auf Haut oder Kleidung, empfiehlt das IFA die Reinigung mit kaltem Wasser und Seife. Warmes Wasser kann dazu führen, dass Toner stärker anhaftet.
Wer mit losem Tonerpulver arbeitet, sollte die Hinweise des jeweiligen Herstellers und die notwendigen Schutzmaßnahmen besonders sorgfältig beachten.
Wie Bildtrommel, Toner und Fixiereinheit zusammenspielen und warum beim Druck überhaupt Emissionen entstehen können, erklären wir in unserem Technik-Ratgeber.
Bei üblichem Druckaufkommen und normaler Raumlüftung spricht nach aktuellem Kenntnisstand nichts gegen die Nutzung eines modernen Laserdruckers im Homeoffice. Es ist trotzdem sinnvoll, die Abluftöffnung nicht direkt auf den Arbeitsplatz auszurichten und regelmäßig zu lüften.
Nein. Tonerstaub bezeichnet Partikel des Tonerpulvers. Feine und ultrafeine Partikel, die während des Druckens gemessen werden, können dagegen aus unterschiedlichen Quellen stammen und teilweise erst durch Verdampfungs- und Kondensationsprozesse in der heißen Fixiereinheit entstehen.
Nein. Laser- und Tintenstrahldrucker besitzen unterschiedliche Emissionsprofile. Daraus lässt sich keine einfache Einteilung in „gesund“ und „ungesund“ ableiten. Bei der Auswahl sollten neben Emissionen auch Druckvolumen, Energieverbrauch, Geräusch, Wirtschaftlichkeit und Einsatzzweck berücksichtigt werden.
Nein. Für einen normal genutzten Arbeitsplatzdrucker ist das nach aktuellem Kenntnisstand nicht grundsätzlich erforderlich. Bei stark genutzten Gruppen- oder Abteilungsdruckern empfiehlt sich dagegen ein separater, gut belüfteter Bereich.
Bei bestimmten Geräten können Nachrüstfilter einen Teil der Partikel an den Ventilationsöffnungen zurückhalten. Da Emissionen aber auch über andere Öffnungen austreten können, sind solche Filter keine universelle Lösung.
Toner nicht wegblasen. Kleinere Mengen vorsichtig mit einem feuchten Tuch aufnehmen und die Hinweise des Drucker- oder Tonerherstellers beachten. Für größere Verschüttungen oder professionelle Reinigungsarbeiten kann spezielle Reinigungstechnik erforderlich sein.
Wenn mehrere Geräte dauerhaft in einem kleinen oder schlecht belüfteten Raum betrieben werden, ein Drucker ungewöhnlich stark riecht oder sichtbar Toner austritt, sollte die Ursache geprüft werden. Bei wiederkehrenden gesundheitlichen Beschwerden am Arbeitsplatz empfiehlt sich eine Beurteilung der gesamten Raum- und Arbeitsplatzsituation – gegebenenfalls gemeinsam mit Arbeitsmedizin oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden solltest du eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren.
Für diese Aktualisierung wurden insbesondere Informationen folgender unabhängiger Institutionen berücksichtigt:
Stand der fachlichen Überarbeitung: August 2026. Forschung und technische Prüfanforderungen können sich weiterentwickeln.